Nordinsel - allgemeine Informationen
Auch wenn Neuseeland in seiner Größe (26 000 km ) und seiner
Landschaftsgliederung mit europäischen Staaten vergleichbar
ist, so gilt dies keinesfalls für seine
Bevölkerungsdichte. Von den gerade mal 4,1 Mio. Einwohnern
leben allein ca. 1,2 Mio. im Großraum Auckland und ca.
350.000 in Christchurch. Nur wenige andere Städte wie Hamilton,
Wellington oder Tauranga verdienen die Bezeichnung
Großstadt. Oft übernehmen daher Kleinstädte mit wenigen
tausend Einwohnern die Versorgungsfunktion für große Landstriche.
Neuseeland ist auch ein vergleichsweise junges Land, denn es
wurde als Kolonie erst 1834 aus der Taufe gehoben und bekam
erst 1 07 eigene politische Entscheidungsgewalt. Obwohl im
gesellschaftlichen Leben nach wie vor das britische Kulturerbe
eindeutig den Ton angibt, ist Neuseeland heute eine multikulturelle
Gesellschaft, in der viele ethnische Gruppierungen anzutreffen
sind. Die Kultur und die Bürgerrechte der Maori
haben dabei von Anfang an einen vertraglich verankerten Platz
in der Gesellschaft inne. Die Maori sind Polynesier und wanderten
in mehreren Wellen zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert
aus der Südsee ein.
Sie stellen heute einen Anteil von ca.
10% an der Gesamtbevölkerung. Te Reo Maori ist die zweite
offizielle Landessprache und wird auch an den meisten Schulen
unterrichtet.
Ein weiteres polynesisches Kulturelement stellen die etwa
200 000 in Neuseeland lebenden Islanders dar. Damit sind Migranten
gemeint, die aus den Südsee-Inselstaaten wie Tonga,
Samoa oder neuseeländischen Treuhandgebieten wie den
Cook Islands und Niue kommen. Wie die Maori sind sie fester
Bestandteil des Schulalltags, vor allem in Schulen auf der Nordinsel.
Für int. Schüler ergibt sich hier oftmals auch die Möglichkeit,
einen weiteren Kulturkreis kennen zu lernen.
In Neuseeland agieren die öffentlichen Schulen völlig selbständig
unter dem Dach des Ministery of Education das im
Code of Practice alle Regularien für den Schulbetrieb verbindlich
festgelegt hat. Nur wer diese erfüllt, bekommt eine
„Lizenz“ für den Unterrichtsbetrieb und das Recht, internationale
Gastschüler aufzunehmen. Dazu gehört vor allem eine
ualifizierte Betreuung. An jeder Schule sorgt sich ein International
Student Coordinator um das Wohl der Gastschüler. Für
die Auswahl und Betreuung der Gastfamilie ist in der Regel ein
Homestay Coordinator zuständig. Jede Schule bietet auch
spezielle Englischkurse an.
Europäische Fremdsprachen spielen eher eine Nebenrolle und
werden nicht flächendeckend und oft auch nicht durch alle
Jahrgangsstufen hindurch angeboten. Wo erforderlich, kann
dies durch die Wahl eines entsprechenden externen Programms,
z.B. in Form eines Fernstudiums (Distance Education,
DE) abgedeckt werden. Diese Möglichkeiten sind bei den einzelnen
Schulen jeweils mit (de) gekennzeichnet.
Die wirtschaftliche Eigenverantwortung ermöglicht es der
Schule, Entscheidungen über Baumaßnahmen, Anschaffungen
und Einnahme uellen selbst zu treffen. Dazu gehört aber auch
die Möglichkeit, sich die Lehrkräfte selbst auszusuchen und das
Fächerangebot den lokalen Bedürfnissen anzupassen. Dies
heißt, etwa im lokalen Wettbewerb mit anderen Schulen eine
„Marktlücke“ zu finden oder das oft in der unmittelbaren Umgebung
vorhandene Naturpotential als Lernort zu nutzen. So
haben viele Schulen in den letzten Jahren eigene Outdoor
Education Programs entwickelt, die darauf abzielen, den
Schülern einmal die Natur als solches näher zu bringen, sie
aber auch durch die Bewältigung von auftretenden schwierigen
Situationen in Teamfähigkeit und Selbstvertrauen zu schulen.
Gerade für mitteleuropäische Schüler, die aus von
technischer Zivilisation dominierten Stadtlandschaften kommen,
eröffnen sich hier sehr gute Möglichkeiten, andere Zugänge
zur Natur und zu sich selbst zu erkunden. Einige Schulen
gehören dem eigens gegründeten Verband Outdoor Education
New Zealand an (siehe S.45).
Umgeben von der Tasman Sea und dem Pazifik ähnelt das
Klima dem der europäischen Atlantikküste zwischen Südengland
und Portugal. Die Jahreszeiten sind ähnlich wie in Europa
ausgeprägt. Im Winter kann man daher im vulkanischen Hochland
der Nordinsel und in den Southern Alps auf der Südinsel
sehr gut Skifahren. Im Sommer laden die vielen Strände zum
Baden ein. Kaum ein Ort ist weiter als eine Fahrstunde von der
Küste entfernt.
Wissenswertes Neuseeland / Aotearoa
Neuseeland besteht aus 3 Hauptinseln:
North Island, South Island, Steward Island (unbewohnt)
Die Fläche beträgt 270.500 km ² , 4,3 Mio. Einwohner.
Klima Nordinsel: mildes ozeanisches Klima mit kühlen Wintern
(Juni-Sep.) 10-15 °C, milde Sommer (Dez.-März) 15-25 °C
(Dez.-März), 20-25 °C. Ganzjährig wechselhaftes Wetter.
Klima Südinsel: gemäßigtes Jahreszeitenklima mit kalten Wintern
(Juni-Sep.) 0–10 °C und an der Ostküste warmen Sommern
(Dez.-März) 15-25 °C. Ganzjährig wechselhaftes Wetter, an der
Westküste mit Steigungsregen.